Der Cappenberger Kopf (Barbarossakopf) - Raumbezüge inspirierten das neue Konzept

Im Jahr 1122 übertrug Graf Gottfried von Cappenberg seine Burg dem soeben gegründeten Orden der Prämonstratenser und stiftete so das erste Kloster dieser Gemeinschaft auf deutschem Boden. Zum 900jährigen Jubiläum dieses Ereignisses in 2022 wird nicht nur die Schlosskirche in Cappenberg als Sonderliegenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen umfangreich saniert, sondern auch der im Kirchenschatz der Stiftskirche St. Johannes Evangelist in Cappenberg befindliche Cappenberger Barbarossakopf neu präsentiert.
Der Kopf aus vergoldeter Bronze ist eines der bekanntesten Kunstwerke der Stauferzeit. Das genaue Herstellungsdatum des Kopfes ist unbekannt, muss aber zwischen 1155 (Kaiserkrönung Friedrichs) und 1171 (Tod Ottos von Cappenberg) liegen. Erstmals erwähnt ist der Kopf in einer Urkunde des Stifts Cappenberg aus dem Jahr 1171 (Archiv Cappenberg, Urkunde 13) als capud argenteum ad imperatoris formatum effigiem, also als silbernes Haupt, das nach dem Bildnis des Kaisers geformt ist. In der Urkunde schenkte Otto den Kopf, eine silberne Schale (heute als Taufschale Friedrichs I. bezeichnet) sowie ein Kreuz und einen Kelch (beide verloren) dem Stift Cappenberg. Urkunde und Taufschale sollen nun zusammen mit dem Cappenberger Barbarossakopf durch den Förderverein St. Johannes Evangelist Cappenberg/Langen präsentiert werden, der das Fördervorhaben initiativ als Projektträger durchführt.
Konzept
Der Künstler Mario Haunhorst und das Architekturbüro Ubbenhorst & Partner haben als Arbeitsgemeinschaft eine künstlerische Installation im Auftrag des Fördervereins entwickelt, die höchsten mechanischen, konservatorischen, klimatischen und lichttechnischen Anforderungen unterliegt.
Der Barbarossakopf wird künftig in einer für das Exponat entwickelten beleuchteten Säulenvitrine präsentiert; die Einbindung in den Raum erfolgt mit Einbindung in das neue Lichtkonzept durch ein Raumobjekt aus massivem Cortenstahl. In diesem „Echoraum“ ist eine Tischvitrine für die Präsentation von Taufschale und Urkunde integriert - ebenso zwei klimatisierte Auszüge für die Präsentation textiler Reliquien.
Vor allem Raumbezüge inspirierten das neue Konzept: So können aus dem Seitenschiff eintretende Besucher einen Zusammenhang mit dem Johannesbild an der Südwand herstellen, den Bezug zum Kreuzsockel auf der Tumba erkennen, der vor Zeiten als Basis für die Präsentation des Cappenberger Barbarossakopfes gedient haben mag, oder gar den stählernen Echoraum als Teil einer monumentalen Kreuzkontur begreifen. Letzteres legt die Proportion und die Drehung um 15 Grad nahe, die etwa der Drehung des Kreuzsockels der Tumba zur Querhausachse entspricht.

Innenpolitisch und außenpolitisch gibt es große Veränderungen: der Blick in den ARD-Jahresrückblick macht deutlich, dass eine freiheitlich-demokratische Ordnung kein Uhrwerk ist, das wie ein perpetuum mobile einfach immer weiter tickt. Sie ist vielmehr wie ein Lagerfeuer: warm, einladend – aber nur, solange jemand Holz nachlegt und aufpasst, dass es nicht ausgeht oder außer Kontrolle gerät. Bürgerinnen und Bürger im Staat sind nicht bloß Regelbefolger und Zuschauer, sondern Mitautoren . Demokratie ist eben kein Serviceangebot, sondern ein Dauerprojekt – bestenfalls ausgewogen, manchmal anstrengend, oft chaotisch, nie perfekt. Demokratie lebt davon, dass Menschen fragen: Ist das gerecht? Ist das klug? Wem nützt das – und wem schadet es? Wer nur abnickt, delegiert seine Mündigkeit und wundert sich später über das Ergebnis. Er trägt Verantwortung dafür, nicht nur zu gehorchen, sondern zu denken. Gesetze sind Leitplanken , kein Ersatz fürs Gewissen. Hier geht´s um Haltung . Max Frisch kritisiert in seiner politischen Parabel „Biedermann und die Brandstifter“ die Verführbarkeit durch Opportunismus und Heuchelei , die an die Machtergreifung der Nationalsozialisten erinnert. Die Parallelen zum Aufschwung der AFD sind bemerkenswert. Der Schriftsteller Frisch konturiert zudem die Frage nach individueller Verantwortung und Zivilcourage , wenn man die offensichtlichen Anzeichen des Unheils ignoriert.
Der Umgang damit liegt in der Freiheit und Verantwortung jedes und jeder einzelnen.
Welche Anstrengungen sind wichtig, um Demokratie zu stärken? Wer nur seine eigene Freiheit verteidigt, sägt an dem Ast, auf dem alle sitzen. Es geht auch darum, für die Würde und die Bedürfnisse anderer einzutreten. Minderheitenrechte, soziale Fairness, Respekt vor Schwächeren – das sind keine netten Extras - sie verbinden uns in unserer Menschlichkeit. Würde schützt den Menschen bisweilen vor sich selbst, zumindest rechtlich. Und ja, das ist der heikle, manchmal unbequeme Teil der Würde. Denn Würde sagt manchmal: Auch wenn du willst, erlauben wir es nicht. Individuelle Freiheit etwa endet immer dort, wo sie die Würde anderer instrumentalisiert. Deshalb ist Verantwortung zur Solidarität und Teilhabe mit Interesse, Einmischung und Stimme so wichtig, um der eigenen (Welt)anschauung in einer pluralen multikulturellen Gesellschaft freizügig und selbstverständlich Raum und Ausdruck zu geben. Und dann ist da die Verantwortung, Unbequemes auszuhalten . Meinungsfreiheit heißt nicht Wohlfühlpflicht. In einer offenen Gesellschaft begegnet man Irrtümern, Provokationen, manchmal auch blankem Unsinn. Die demokratische Aufgabe besteht nicht darin, alles gut zu finden, sondern darin, zu widersprechen, ohne zu vernichten. Ohne Teilhabe und Teilgabe findet kein Dialog und Kulturaustausch statt. Dafür braucht es gerade in einer repräsentativen Demokratie nicht zwingend Parteibuch und Plakatekleben – aber Interesse, Einmischung, Stimme. Wer sich dauerhaft wegduckt, überlässt das Spielfeld jenen, die sehr genau wissen, was sie wollen. Demokratie verrottet nicht durch Angriffe ihrer Feinde, sondern ebenso durch die Müdigkeit ihrer Freunde. Wir alle tragen Verantwortung für unsere Wahrnehmung und unsere Sprache . In unserer Sprache ist unsere politische Verfassung begriffen und begründet. Kommunikation allgemein ist ein bedeutendes politisches Werkzeug, das den Blick auf die Rolle der Medien lenkt. Medien können aufklären oder vergiften, verbinden oder verrohen. Wer Kommunikation achtlos verwildern lässt, braucht sich über verwildertes Denken und abgrundtiefes, unmenschliches Handeln nicht zu wundern. Die Aufzählung ist unvollständig. Sie macht aber deutlich: Unsere Demokratie ist nur so stark, wie wir sie machen. Guten Rutsch ins Neue Jahr 2026!

Licht als Material, Medium oder Thema von Kunstwerken ist en vogue. Aber auch die Beleuchtung von Kunst ist zentral für die Frage ihrer Präsentation und ihrer Kommunikation. Nicht nur unterstützt die Beleuchtung eine gewisse Atmosphäre, sie schafft auch Aufmerksamkeit und lenkt den Blick. Gelungen ist sie zumeist dann, wenn sie Funktion und Wirkung des Kunstwerks zur Geltung verhilft, ohne dass die Besucher die Lichtsetzung unmittelbar bemerken - oder als eigenwertig empfinden Ein aktuelles Beispiel für das Zusammenspiel von Kunst, Licht und Raum ist die künstlerische Installation „Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel“ des Künstlers Gerhard Richter in der Dominikanerkirche in Münster. 2019 beauftragte das Amt für Immobilienmanagement der Stadt Münster das Architekturbüro Fritzen + Müller- Giebeler Architekten BDA die Aufgabe mit der Innensanierung des nationalen Denkmals. Als Lichtplaner im Planungsteam: die silberstreif-planungsgruppe aus Krefeld.

Seit Jahrhunderten gilt Altena als deutsche Drahthauptstadt. Ihr Draht gelangte schon früh auf einschlägigen Handelswegen bis nach Skandinavien und Osteuropa. Draht wurde zunehmend unentbehrlicher – vom Kettenhemd bis zum Supraleiter. Für das GlanzLicht 2023 Burg Altena haben die Museen des Märkischen Kreises, zu denen auch das unterhalb der Burg Altena ansässige Deutsche Drahtmuseum gehört, das atelier mario haunhorst mit der Entwicklung eines lichtkünstlerischen Beitrags beauftragt.

Geht es hier um das berühmte „Abendmahl-Bild" von Leonardo da Vinci (entstanden von 1494 bis 1497), um Aufmerksamkeit für den christlichen geprägten Gründonnerstag oder angesichts schwindender Kirchenbesucher:Innen um Zugänge zu eucharistischer Gastfreundschaft? Was kommt an? Die Straßentheater-Aktion der EKD „Mahl ganz anders“ bringt Bewegung in die Mahlgemeinschaft . Am Gründonnerstag ´23 wurde in Osnabrück die Tafel aus drei Tapeziertischen an ausgewählten Orten gleich zehnmal gedeckt. Laienschauspieler schlüpften vor dem Rathaus in die Rolle Jesu und seiner Jünger und zogen dann mit Klappstühlen durch die Osnabrücker Innenstadt.

This is Water - das hier ist Wasser Die Pandemie hat neben gesundheitlichen Bedrohungen Freizügigkeiten eingeschränkt und mit ihren Lockdowns und Lieferverzögerungen vielfach zum Umdenken herausgefordert. Entschleunigung führte zu einer Revision der Lebenstile: wie weit beanspruche ich mich in den Routinen meiner Welt für mich, gestalte Sinnlichkeit und Sinn, Beziehungen? Und wie weit kann ich angesichts der Abhängigkeit und der Folgen des technischen Fortschritts im besten Sinne des Wortes fehlerfreundlich und menschlich bleiben? David Foster Wallace hielt 2005 vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede. Diese Rede ist in den USA mittlerweile Klassiker und als Pflichtlektüre für Abschlussklassen. Was bedeutet e , erwachsen zu sein, und wie können Menschen ihre Vorstellung durchbrechen, dass sich im Leben alles zunächst einmal alles um sie dreht, um ein sinnvolleres und stressfreieres Dasein zu führen? Wallace zeigt in seiner Rede mit verständlichen Worten auf, was es heißt, Denken zu lernen und erwachsen zu sein. Seine Rede beginnt mit einer überraschenden Parabel. Schwimmen zwei junge Fische des Weges und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nickt ihnen zu und sagt: »Morgen, Jungs, wie ist das Wasser? Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter und schließlich wirft der eine dem anderen einen Blick zu und sagt: »Was zum Teufel ist Wasser? Neugierig geworden? Lust zum MUdenken?
Ich wünsche ein frohes neues Jahr und einen guten Rutsch ins Jahr 2023.





